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Das 1943 zerstörte Clubhaus des LTTC „Rot-Weiß“Das 1943 zerstörte Clubhaus des LTTC „Rot-Weiß“

Die Gründung erfolgte 1897 als „LAWN-TENNIS-TURNIER-CLUB“. Dabei übernahmen die Gründungsmitglieder die Bezeichnung LAWN TENNIS aus dem Englischen, weil der Tennissport in England so benannt wurde. Jedoch hat es 123 Jahre gedauert, bis in unserem Club im letzten Jahr tatsächlich das erst Mal auf echten Rasen-(Lawn-)plätzen gespielt werden konnte. Den Zusatz "Rot-Weiß" erhielt unser Club auch erst etwas später, als die Mitglieder rot-weiße Bänder um ihre Strohhüte trugen, mit denen man seinerzeit Tennis zu spielen pflegte. Man spielte zu dieser Zeit Tennis noch mit Hut!

Von wesentlicher Bedeutung war die Bezeichnung „TURNIER CLUB“, denn laut Gründungsprotokoll sollte ein Turnier um die Meisterschaft von Berlin stets von diesem Club veranstaltet werden. Das geschah dann auch – zunächst auf verschiedenen Mietplätzen in der Stadt und später auf dem Gelände am Hundekehlesee, das durch Vermittlung der Schwester der Kaiserin, Prinzessin Friedrich Leopold von Preußen (Prinzessin Louise Sophie von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg), dem Club unentgeltlich von der Terraingesellschaft des damaligen Vorsitzenden, Dr. Max Oechelhäuser, überlassen wurde. Der bisher heimatlose LTTC "Rot-Weiß" fand dort sein heutiges Domizil. Die neue Tennisanlage wurde mit Clubhaus 1907 durch ein internationales Turnier eingeweiht, dessen Beiname „Pfingst-Turnier“ bald einen besonderen Rang in der Tenniswelt haben und zu einem gesellschaftlichen Ereignis in Berlin werden sollte.

 

Davis Pokal 1935, Deutschland gegen Australien: Die beiden Spitzenspieler, Gottfried von Cramm (links) und Jack Crawford (rechts), betreten mit ihren Mannschaftsführern den „Rot-Weiß“ Center CourtDavis Pokal 1935, Deutschland gegen Australien: Die beiden Spitzenspieler, Gottfried von Cramm (links) und Jack Crawford (rechts), betreten mit ihren Mannschaftsführern den „Rot-Weiß“ Center Court

Dieses Turnier um die Tennismeisterschaft von Berlin wurde zur Tradition – und zu dieser Tradition gehörte es, dass die deutsche Tenniselite Mitglied im LTTC "Rot-Weiß" war. Demzufolge wurden auch die Kämpfe um den DAVIS-Cup vorwiegend auf dem CENTER COURT des Clubs ausgetragen, der einen hervorragenden Heimvorteil bot, weil die rot-weißen Spieler ständig auf diesem Platz trainieren konnten. Sie wurden dort von den besten Tennis-Trainern betreut, durch ROMAN NAJUCH und ROBERT KLEINSCHROTH, sowie später auch zeitweise durch die Profi-Weltmeister BILL TILDEN und HANNE NÜSSLEIN.

Es würde den Rahmen dieser Chronik sprengen, die Namen aller Weltklasse-Spieler zu nennen, die auf der Clubanlage des LTTC "Rot-Weiß" ein Match ausgetragen haben – es fehlt kaum einer! Hier war bis zu Beginn des 2. Weltkrieges die Tennis-Metropole Deutschlands.

Die Situation änderte sich für den LTTC "Rot-Weiß", als 1943 das Clubgelände und die darauf befindlichen Bauten bei einem Luftangriff vollkommen zerstört wurden. Dass der LTTC "Rot-Weiß" auch „wie Phönix aus der Asche“ steigen konnte, ist im wesentlichen Gottfried von Cramm zu verdanken, dem großen deutschen Tennismeister vor und nach dem Krieg, der wegen seines eleganten Spiels und seines Fair-plays weltweit als Tennis-Idol verehrt wurde.

 

1935 besiegt Gottfried von Cramm (rechts) seinen Clubkameraden Henner Henkel im Finale des Pfingstturniers1935 besiegt Gottfried von Cramm (rechts) seinen Clubkameraden Henner Henkel im Finale des Pfingstturniers

Im Vertrauen auf seine Zusage, wieder Tennisweltkämpfe mit Weltklassespielern in Berlin  und im LTTC "Rot-Weiß" zu veranstalten, erhielt der Club 1948 von der Militärregierung als erster Tennisverein im britischen Sektor seine Lizenz und damit sein Eigentum, das Clubgelände, zurück. Ferner stellte der Magistrat der Stadt die finanziellen Mittel für die Herstellung der Tennisplätze, den Aufbau der zerstörten Tribüne um den Center-Court und auch für den Neubau eines Garderobenhauses zur Verfügung. So konnte bereits 1949 wieder das erste internationale Wettspiel im LTTC "Rot-Weiß" stattfinden, dem viele andere folgten, insbesondere im Rahmen des wieder veranstalteten Pfingstturniers um die internationale Meisterschaft von Berlin ab 1950.

Das erforderliche Eigenkapital für den Neubau eines Clubhauses, das die 1949 provisorisch hergerichtete Holzbaracke ersetzen sollte, konnte Gottfried von Cramm ebenfalls durch einen befreundeten Mäzen vermitteln. So konnte 1958 durch den bekannten Architekten Prof. Paul Baumgarten ein für die Zeit sehr modernes Clubhaus am Hang zum Hundekehlesee errichtet werden, das heute unter Denkmalschutz steht.

 

Durch die Überführung seiner Tennisschule von Duisburg nach Berlin konnte Gottfried von Cramm über den LTTC "Rot-Weiß" Einfluss auf die Gestaltung eines Leistungszentrums des Berliner Tennisverbandes auf dem Nachbargelände des Clubs nehmen. Damit wurden Berlin und der LTTC "Rot-Weiß" wieder zu einem Mittelpunkt für die Förderung des deutschen Tennisnachwuchses und der Club konnte seiner Tradition aus der Vorkriegszeit gerecht werden.  Solange er aktiv Turnier-Tennis spielte, nahm Gottfried von Cramm kein Amt im Vorstand des LTTC "Rot-Weiß" an. Erst ab 1958 vertrat er den Club als Vorsitzender und Präsident bis zu seinem Unfall-Tod im Jahre 1976. Ihm folgte Wolfgang A. Hofer, der 1947 den Vorsitz bei der Wiedergründung des Clubs hatte und seitdem 30 Jahre im Vorstand tätig war. Er leitete den LTTC "Rot-Weiß" weitere 20 Jahre bis zum 100. Jubiläum und wurde zum Ehrenpräsidenten gewählt.  Die traditionellen Funktionen des LTTC "Rot-Weiß" wurden schlagartig mit Einführung des professionellen Tennis verändert. Im internationalen Terminkalender gab es keinen Platz mehr für einen jährlich wechselnden Termin für das Pfingstturnier und die Preisgeldforderungen der Spieler waren ebenfalls nicht zu erfüllen. Es war daher ein Glücksfall, dass der Deutsche Tennis Bund die bisher in Hamburg durchgeführten Internationalen Deutschen Meisterschaften der Damen (German Open) ab 1979 dem LTTC "Rot-Weiß" zur Ausrichtung übertrug. So konnte der Club in den Folgejahren am „Boom“ des  Tennis in Deutschland teilhaben. Die German Open der Damen entwickelten sich schnell zu einer gesellschaftlichen Institution in Berlin und waren Treffpunkt der Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport. Neun Mal konnte Steffi Graf gewinnen, und fast alle Top Spielerinnen ihrer jeweiligen Ära konnten sich in die Siegerliste eintragen oder waren Teilnehmerinnen. Steffi Graf war in ihrer aktiven Zeit durchgängig Mitglied unseres Clubs, übrigens ebenso wie Boris Becker bei seinen ersten beiden Wimbledonsiegen 1985 und 1986.Der Vorstand in den sechziger Jahren (von links): Wolfgang A. Hofer, Dr. Helmut Rauschenbusch, Herbert Doeschner, Gottfried von Cramm

Durch die Überführung seiner Tennisschule von Duisburg nach Berlin konnte Gottfried von Cramm über den LTTC "Rot-Weiß" Einfluss auf die Gestaltung eines Leistungszentrums des Berliner Tennisverbandes auf dem Nachbargelände des Clubs nehmen. Damit wurden Berlin und der LTTC "Rot-Weiß" wieder zu einem Mittelpunkt für die Förderung des deutschen Tennisnachwuchses und der Club konnte seiner Tradition aus der Vorkriegszeit gerecht werden.

Solange er aktiv Turnier-Tennis spielte, nahm Gottfried von Cramm kein Amt im Vorstand des LTTC "Rot-Weiß" an. Erst ab 1958 vertrat er den Club als Vorsitzender und Präsident bis zu seinem Unfall-Tod im Jahre 1976. Ihm folgte Wolfgang A. Hofer, der 1947 den Vorsitz bei der Wiedergründung des Clubs hatte und seitdem 30 Jahre im Vorstand tätig war. Er leitete den LTTC "Rot-Weiß" weitere 20 Jahre bis zum 100. Jubiläum und wurde zum Ehrenpräsidenten gewählt.

Die traditionellen Funktionen des LTTC "Rot-Weiß" wurden schlagartig mit Einführung des professionellen Tennis verändert. Im internationalen Terminkalender gab es keinen Platz mehr für einen jährlich wechselnden Termin für das Pfingstturnier und die Preisgeldforderungen der Spieler waren ebenfalls nicht zu erfüllen. Es war daher ein Glücksfall, dass der Deutsche Tennis Bund die bisher in Hamburg durchgeführten Internationalen Deutschen Meisterschaften der Damen (German Open) ab 1979 dem LTTC "Rot-Weiß" zur Ausrichtung übertrug. So konnte der Club in den Folgejahren am „Boom“ des  Tennis in Deutschland teilhaben. Die German Open der Damen entwickelten sich schnell zu einer gesellschaftlichen Institution in Berlin und waren Treffpunkt der Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport. Neun Mal konnte Steffi Graf gewinnen, und fast alle Top Spielerinnen ihrer jeweiligen Ära konnten sich in die Siegerliste eintragen oder waren Teilnehmerinnen. Steffi Graf war in ihrer aktiven Zeit durchgängig Mitglied unseres Clubs, übrigens ebenso wie Boris Becker bei seinen ersten beiden Wimbledonsiegen 1985 und 1986.

Das Steffi-Graf-Stadion bei den German OpenDas Steffi-Graf-Stadion bei den German Open

Der enorme Aufschwung von Tennis und besonders von Damentennis löste die Forderung der internationalen Spielerinnenvertretung (WTA) aus, die 1983 neu errichtete Tribünenanlage um den Center-Court mit einem Fassungsvermögen von ca. 3.500 Zuschauern auf das Doppelte zu erhöhen. Dieser Neubau wurde mit Hilfe des Senats der Stadt Berlin 1996 ermöglicht und trägt seit 2004 den Namen Steffi Graf Stadion. In die Tribünen des Stadions wurden Verwaltungs-, Umkleide- und Sanitärräume integriert. Im Zuge des Neubaus konnte der Club auch seine Anlage mit der Hinzunahme und der Renovierung des ehemaligen Leistungszentrums des Tennis-Verbandes Berlin-Brandenburg und der Übernahme der festen Tennishalle mit zwei Plätzen erheblich vergrößern. Bereits 1988 hatte eine Umstrukturierung der „Rot-Weiß“ Anlage stattgefunden: Der vormals in der Clubmitte gelegene kleinere Center Court B wurde an den Rand am Auerbachtunnel verlegt und unter der dort neu gebauten Tribüne für 1.300 Besucher wurden Presse- und Verwaltungsräume eingebaut, die heute als großzügiges Fitnesscenter genutzt werden.

Die Situation änderte sich 2004 durch den Verkauf der Turnier-Lizenz durch den Deutschen Tennis Bund an den Tennisverband Katar. Damit war das Schicksal der internationalen Deutschen Meisterschaft für Damen erstmal besiegelt und zugleich die Nutzung für das Stadion in Frage gestellt, denn der LTTC "Rot-Weiß" war ab 2009 nicht mehr Austragungsort dieses Turniers, das von ihm jahrelang erfolgreich veranstaltet wurde und das bei allen Weltklassespielerinnen äußerst beliebt war.

Das Steffi-Graf-Stadion mit RasenDas Steffi-Graf-Stadion mit Rasen

Eine positive Wendung erfuhr die Turniersituation zehn Jahre später im Jahr 2019, als der Club wieder die Möglichkeit erhielt, erneut Gastgeber eines hochklassigen internationalen Damenturniers in Berlin zu werden. Zwingende Voraussetzung dafür war der Umbau der drei Hauptplätze in Rasenplätze, denn das Turnier soll jeweils im Juni im Vorlauf zu Wimbledon stattfinden. In Rasenplätze umgewandelt wurden das Steffi-Graf-Stadion, der Center Court B und der danebenliegende Platz 1. Auch bei diesen Umbauten stand der Berliner Senat mit finanziellen Hilfen an unserer Seite. Corona bedingt musste die erste Austragung der bett1open allerdings 2020 ausfallen, ein Einladungsturnier mit prominenten Teilnehmern (u. a. Thiem, Berettini, Svitolina, Kvitova) steigerte die Vorfreude der Berliner Tennisgemeinde auf die erste Austragung, dann hoffentlich im Juni 2021, aber ungemein.

Leider bedeutete die Übernahme der bett1open auch das Aus für unser traditionelles Jugendturnier, dessen Termin bisher Mitte Juni gelegen hatte. Seit 1950 richtet der LTTC "Rot-Weiß" eines der größten internationalen Jugendturniere weltweit aus mit prominenten Siegern wie u. a. Wilhelm Bungert (Wimbledonfinalist), Björn Borg (elfmaliger Grand Slam Sieger), Pat Cash (Wimbledonsieger), Boris Becker (sechsmaliger Grand Sieger), Angelique Kerber (dreimalige Grand Slam Siegerin), Jelena Ostapenko (Grand Slam Siegerin in Paris) und vielen weiteren Teilnehmern, die in ihrer aktiven Zeit das internationale Tennis mitbestimmt haben. Als größtes europäisches Jugendturnier war es nur logisch, dass die ersten offiziellen Jugend-Europameisterschaften 1976 vom europäischen Tennisverband an die Hundekehle vergeben wurden und weitere folgten in späteren Jahren. Erstmals 1978 und 1980 und dann wieder ab 2009 war das Jugendturnier gleichzeitig auch die Internationale Deutsche Jugendmeisterschaft; bis 2011 als airberlin german juniors, ab 2012 als Allianz Kundler German Juniors supportet by OPTIMAL SYSTEMS. (Ausführliche Informationen zum Jugendturnier unter: www.allianz-kundler-german-juniors.org). Der Club ist sehr bemüht, zeitnah die Tradition der internationalen Jugendturniere bei „Rot-Weiß“ weiter fortzuführen.

Seit seiner Gründung legt der Club sehr viel Wert auf eine breit aufgestellte Jugend- und Nachwuchsarbeit. Er ist die bestimmende Kraft im Berliner und eine der bedeutendsten Kräfte im deutschen Tennis. Viele Davis Cup Spieler und Federation Cup Spielerinnen sind im LTTC "Rot-Weiß" ausgebildet worden und waren an den Erfolgen unserer Repräsentativ Mannschaften beteiligt. Den jährlichen Senatspreis für die beste Jugendarbeit im Bereich Tennis hat der Club in 37 von 71 Jahren gewonnen und ist damit der mit Abstand erfolgreichste Verein.

Mit der großzügigen Unterstützung des Turniersponsors bett1 und von weiteren Sponsoren und Förderern knüpfen wir an die Erfolge früherer Jahre im Sport- und im Turnierbereich an. Der LTTC "Rot-Weiß" hat allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu gehen!

 
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